Witz der Wochen

In meinem früheren Umfeld war mit Geldverdienen kein Status zu machen. Daher waren finanzielle Mittel Mangelware und wurden nur für das Allernötigste eingesetzt. Für Pointen und derlei Unerhebliches fehlten schlicht die wirtschaftlichen Grundlagen. Daher wurden selbstgefertigte Witze ohne die abschliessenden Höhepunkte verfasst. Dies ist aus heutiger Sichtweise kaum mehr nachvollziehbar. Trotzdem haben diese pointenlosen Witze ihren Charme erhalten können. In unsere Reihe -Witz der Wochen- wollen wir ihnen diese fast vergessenen Hochgenüsse regelmässig vorstellen.

 
 
Eine alte Frau hat sich im Kohoutovice-Walde verlaufen. Nach zehn Tagen ohne Schlaf und Essen findet sie endlich inmitten einer Lichtung ein kleines Haus.   Sie klopft an und ein betagter Kater öffnet ihr. Die Frau erklärt ihre Desaster und der Kater bietet ihr für eine Nacht ein Bett an und lädt sie ein zu einem späten Zimis. Der betagte Kater stellt ihr jedoch eine Bedingung. Sein Freund wohne bei ihm und er möchte auf keinen Fall, dass irgendein Gast diesen auch nur berühre.
Die alte Frau nimmt die Einladung dankbar an und geht auf diese interessante Konzession ein. Der Kater warnt sie abermals und nochmals, wenn sie seinen jungen Freund auch nur berühren würde, so müsste sie einen Jolander schlucken. Die alte Frau willigt abermalig ein und freut sich auf das Essen und den lang ersehnten Schlaf.
Beim späten Zimis erkennt die alte Frau schlagartig, was es mit den bizarren Androhungen auf sich hat. Der Freund des Katers war nämlich ein junger Schwede, blond  und der starkgebauteste Jüngling den sie je angetroffen hatte. Während des Essens kann sie ihren Blick kaum von ihm abwenden und auch er scheint Gefallen an ihr zu haben. Möglicherweise lebte er schon seit Jahren allein mit diesem betagten Kater im Wald.
Als sich nach dem Essen jeder in sein Zimmer zurückzog, geschah was passieren musste, die alte Frau hielt es nicht länger aus und ging in das Zimmer des Schweden, als der betagte Kater eingeschlafen war. Diese Nacht wurde dann auch tatsächlich die schönste Nacht in ihrem langen Leben.
Am darauffolgenden Morgen ass sie ohne Umschweifen den dargebotenen Jolander. Fortan hätte die alte Frau mit dem blonden Schweden glücklich verheiratet in einem zwar kleinen, aber nicht minder heimeligen Häuschen in der Nähe von Brno (Brünn) leben können, wäre ihr nicht dieser Jolander dermassen heftig aufgelegen, dass sie sich insgeheim wünschte, sie hätte sich nie in diesem Kohoutovice-Walde verlaufen. 

 

Ein Schwede, ein Schwabe und ein Schweizer sitzen im Abteil des Nachtzugs nach Gent. Sie haben seit mehreren Tagen nichts gegessen und sind sehr hungrig. Auf der Höhe von Colmar setzt sich eine bildhübsche Französin, mit einem riesigen Fresskorb voller duftender Frikadellen am Armgelenk, zu ihnen und beginnt zu essen. Die drei Männer staunen über ihren Appetit. Als die Französin die letzte Frikadelle aufgegessen hat, entnimmt sie dem Korb eine Flasche roter Burgunder, entkorkt den Wein und trinkt ihn in einem Zuge leer. Danach entkleidet sie sich, kämmt ihr langes brünettes Haar und legt sich zum schlafen auf den Boden. Sagt der Schwede: „Heia, diese Frau hat ihr Leben aber im Griff!“ Darauf der Schwabe: „Mensch, was hat diese Frau einen starken Auftritt!“ Der Schweizer denk lange nach und sagt dann: „Ich habe es gewusst, ich habe es gewusst!“ „Was hast du gewusst?“ fragen der Schwabe und der Schwede. Sagt der Schweizer; „Frauen und Frikadellen und roter Wein vertragen sich schlecht. Sie hätte uns etwas abgeben müsse, wo wir so hungrig sind. Sie hätte mit uns teilen müssen!“

In diesem Moment schlägt die Französin die Augen auf und sagt: Mon Dieux, ist mir schlecht von den vielen Frikadellen und dem Vin rouge. Habt ihr dann nischt gemerkt, dass isch zu viel esse. Jedes kleine Kind weiss, dass man nischt so viele Frikadellen aufs Mal essen darf. Oh bin isch dumm. Isch müsste wissen, Frauen und Frikadellen und Vin rouge vertragen sich schlecht. Isch hätte ihnen etwas abgeben müsse, wo sie so hungrig sind. Isch hätte mit ihnen teilen müssen!“

Als der Nachtzug am frühen Morgen in Gent ankommt, steigen der Schwabe und der Schwede aus um ihren Geschäften nachzugehen. Die Französin und der Schweizer fahren zusammen noch paar Stationen weiter, dann haben auch sie sich aus den Augen verloren.

(Aus den französischen übersetzt von Jules Brassende)

Über dem Newark Liberty Airport kreist seit geraumer Zeit eine Boeing 767.Sagt der frauenfeindliche Copi:  „Was meinen sie Captain, sollen wir mal gehörig Sprit ablassen?“„Sprit ablassen, wozu um alles in der Welt sollten wir auch Sprit ablassen?“ entgegnet der ebenfalls frauengeringachtende Flugkapitän.„Ich meine“, sagt der Copi „wir könnten damit die Leute am Boden überraschen und auch sonst wär es doch mal wieder an der Zeit tüchtig Sprit abzulassen. Ist doch jetzt der gute Moment dazu. Früher haben wir auch des Öfteren Sprit abgelassen.  Auch bei nichtigeren Motiven .  Also, was spricht dem entgegen?“„Gar nichts spricht dem entgegen, sie Zwängeler. Nur, wenn wir schon jetzt den Sprit ablassen, kommen wir unter Umständen früher nach Hause als erwartet. Gut möglich, dass wir dann unsere Frauen in delikaten Konstellationen vorfinden. Und, was ist denn dann?“„Das wäre allerdings fatal“, sagte der Copi, „da fällt mir auch nicht viel ein dazu. Höchstens, wir nocken den Kerl aus und strafen unsere Frauen gehörig ab. Mehr wüsste ich für den Moment auch nicht einzubringen.“„Yea, ist eine Möglichkeit“, sagte der Captain, „oderaber, wir nocken unsere Frauen aus und bestrafen die beiden Kerle. Wär das was?“„Und ob“, freute sich der Copi, „meine ist schon lange reif für eine Abreibung, das blöde ist nur, sie ist ein Mann.“„When  in doubt nock him out“, rief der Captain, und nachfolgend liessen sie Sprit ab, was der Stutzen hergab und danach notlandeten sie sicher auf ihrem Homeairport und bevor sie sich auf den Heimweg machten, zwickten sie im Officers Club paar Hochprozenter, dass es eine Freude war.
 Ich wollte, du und ich, wir wären auch dabei gewesen.


Jedesmal vorm Konzert geht der Bratschist vorher in seinen Garderobenschrank, nimmt einen Zettel, liest ihn und nimmt dann befriedigt Bratsche und Bogen unter den Arm, um auf die Bühne zu gehen. Dies sehen seine Kollegen und wollen nun natürlich wissen, was er da immer liest - gesagt, getan - beim nächsten Konzert schauen sie in seinen Schrank, entdecken dort den Zettel und lesen: Bratsche links, Bogen rechts und Frau Uhse einen schwalben. Die Musiker-Kollegen sind konsterniert und fragen nach beim Bratschisten. Antwortet der: „Ist doch ganz einfach, wenn wir Frau Uhse immer schön einen schwalben bekommen wir zum Dank immer einen zurück gepflantscht.“ So geht dann der mutigste Musiker-Kollege bei Frau Uhse vorbei und schwalbt ihr einen Gehörigen und bekommt also dann einen zurück gepflantscht. Wie er sich zum Aufbruch rüstet fragt ihn Beate Uhse: „Mit wem sind sie verheiratet?“ Der Kollege antwortet: „Mit einer Frau, Frau Uhse.“ Frau Uhse schaut bisschen komisch und sagt. „Aber das ist doch klar, dass sie als Musiker mit einer Frau verheiratet sind.“ „Nein“, antwortet der Musiker-Kollege, „das ist nicht klar. Meine Schwester zum Beispiel, ist mit einem Mann verheiratet.“ 


Ein Mann kommt zum Arzt und beklagt sich über seine schlechte Brille.
Darauf der Arzt: „Wo um alles in der Welt haben sie den dieses Scheissding her?“
„Dieses Scheissding,“ sagt der Patient, „habe ich gefälligst bei ihnen persönlich gekauft, sie Arschloch.“
„Sie nennen mich hier, in meiner eigenen Praxis ein Arschloch und vergessen dabei völlig, dass sie das gröbste Arschloch sind. Und zwar, das allergrösste, gröbste Arschloch auf dieser Welt. Wie nur, kämen sie sonst dazu, bei mir eine Brille zu kaufen, wo ich doch gar keine Brillen verkaufe?“ sagt der Arzt.
„Und ob, habe ich diese schlechte Brille bei ihnen gekauft. Diese sehr schlechte Brille. Diese Brille taugt nichts!“ antwortet der Mann.
„Und ich sage ihnen doch, ich verkaufe keine Brillen. Will denn das nicht in ihren Schädel. Sie sollten sich mal behandeln lassen.“
„Ich und mich behandeln lassen? Von wem wohl?“
„Am besten wäre es, sie würden sich von mir behandeln lassen.“ Sagt der Arzt.
„Da ist eigentlich nichts dagegen einzuwenden. Nur, wegen was soll ich mich  behandeln lassen?“ fragt der Mann.
„Zu behandeln gibt es immer etwas. Machen sie sich oben frei!“
Der Mann macht sich oben frei und der Arzt beginnt mit der Behandlung.
„Haben sie das schon länger. Ist ja interessant. Haben sie gewusst, dass sie ein Braunkorn haben?“
„Nein, das habe ich nicht gewusst,“ sagt der Mann und schielt auf das grosse Braunkorn hinunter. „Ist es sehr schlimm?“
„Ach was, “ sagt der Arzt, „das haben wir gleich.“
Und damit beginnt er auch schon das Braunkorn herauszuschälen.
„So, den hätten wir! Schauen sie sich dieses Mordsding  an. Ist der nicht gigantisch?“
„ Dochdoch, der ist gigantisch“, entgegnet der Mann. Dass ich den übersehen konnte. Was bin ich ihnen schuldig?“
„Sie schulden mir recht eigentlich gar nichts“, sagt der Arzt, „aber kommen sie mir um des Friedens willen, nie mehr in meine Praxis. Abgemacht?“
„Abgemacht, “ sagt der Mann, „ich will mich daran halten. Auf Wiederhören.“
„Auf Wiederhören, “ gibt der Doktor zurück, „Und besuchen sie mich bald wieder!“