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Timmermahn & Los Hobos

Blyb uf em Trottoir, Johnny!

Musikalisches Erzähltheater. Sprache: Berndeutsch.   2 Set, je 50 Min.
Erzählt von Timmermahn mit Musik von
Dizl Gmünder Nicole Wiederkehr Chrigu Rechsteiner Tinu Widmer
SFK ab 16

- Die 6. Produktion von Timmermahn & Los Hobos, Blyb uf em Trottoir, Johnny! ist eine brisante Mischung aus grandioser Weltmusik mit brillanten Songs und deftigen Stories. 
Aussergewöhnlich und bestechend führt diese unnachgiebige Combo, in die absurden Bereiche der Milieus, empfindsam und brutal, gesund und abnormal, und keiner der Akteure braucht sich zu wundern, dass einen die feinen kultivierten Leute nicht mögen. Dessen ungeachtet ein Erreignis, bei dem man sich gerne daran erinnert, dass ein Abend mit hochkarätiger Weltmusik und rohem Text ein guter Grund ist zu leben.
Der Berner Weltenbummler Timmermahn ist zusammen mit seinem Musikensemble Los Hobos unterwegs und verzückt das Publikum mit skurrilen Mundartgeschichten. Bereits seit den 70er Jahren verbindet er Literatur mit Musik in szenischer Umsetzung. -



 
Zum Inhalt und worum es geht.
 
Ds trinkfröidig Feschtchlapf Vreneli, ein chäches Bärner Meitschi, sozusagen das Pendent zum Vreneli vom Guggisberg, ist aus Empfindsamkeit gegenüber den Mitmenschen zur Trinkerin geworden. Dessen ungeachtet kann sich das trinkfröidig Feschtchlapf Vreneli in einem Grenzmarkierungs-Wettbewerb gegen zweihundert gestandene Landfrauen durchsetzen und kommt so zu unklarem Rufe und zu seinem Namen.
Der Sportusflug, eine pikante Sportwanderung für den vorurteilsfreien Menschen, führt uns von Riemeredorf über Schoppigen zur alten Orgassenburg nach Moudisgrueb und Schwangerenberg, durch die Peyersackhole bis zum Klitoribedli zur Schankerenhütte und schon sind wir im Rätichbode-Eggli angelangt. Dort lernen wir die Frohmweiland-Kapelle kennen und erfahren, was es mit dem Sturznäpperen auf sich hat.
Blyb uf em Trottoir, Johnny!
Der kleine Johannes, ein aufgeweckter Bernbiet-Bube, aus einfachen Verhältnissen, mit einer Affinität zu den Vereinigten Staaten von Amerika (USA), durchlebt alsdann, kurz nach dem Schulabgang, in der Neuen Welt sein persönliches Waterloo und wird dort zum Johnny. Die fremde Umgebung, Hunger, Trichomonaden und gewaltiges Heimweh nach dem geliebten Feschtchlapf Vreneli, treiben ihn an den Rand der Verzweiflung. Bei einer Beinahe-Kollision mit einem Streifenwagen, wird er sich durch die Worte eines Policeman „Stay on the sidewalk!“ (Blyb uf em Trottoir), seiner wahren Herkunft bewusst und beschliesst in seine geschätzte Heimat heim zu kehren, um dort seiner grossen heimlichen Liebe, einen Heiratsantrag zu machen…
Giacometti Albert.
Im zweiten Teil dieser grossartigen Saga, nehmen wir teil an der verhängnisvollen Lebens-Geschichte von Albert und Marie-Lou Giacometti-La Coste de Monparnas, deren junges Liebesglück in der feindseligen Schweizer Heimat auf eine knallharte Probe gestellt wird.
Ein Namensvetter von Albert, ein gewisser Alberto Giacometti, erlangt den künstlerischen Durchbruch und mit der Ruhe ist es vorbei.  Es folgt die Emigration nach Wisconsin. Dort lebt das Liebespaar sein geregeltes, beschauliches Dasein in einem Gastland, wo sich die Menschen mit Respekt und Rücksicht begegnen. Hier darf der Mann noch ein Mann sein und die Frau noch eine Lady.
Albert und Marie-Lou Giacometti-La Coste de Monparnas hätten höchstwahrscheinlich noch bis ins hohe Alter zufrieden weiter leben dürfen, hätte nicht Marie-Lou eines Tages feststellen müssen, dass Alberts Kopf… mehr wird hier nicht verraten, aber auch diese Geschichte endet schlussendlich in einem zümpftigen Happy End.
Im grandiosen Schlussgang “D’Stubete“, erfahren wir wie Hodi und Godi, die beiden Störmusikanten, im Spätherbst, zwischen Wollbiggerstauden und Schamnesseln, ihr Winterquartier im  hinteren Seelital, unter den heiligen Gantrischbergen beziehen und wie ihnen der unheimliche Dorfgigu ohne Stirne versucht den Schneid abzukaufen und wie die gouraschierte Wirtstochter resolut dazwischen fährt und sich zum gütigen Ende alles doch noch zum Segensreichen wendet und dadurch letztlich, in der Gaststube der oberen Walerenhütte, die Stubemusig erfunden wird.


Die 6. Produktion von Timmermahn & Los Hobos, Blyb uf em Trottoir, Johnny!, ist eine brisante Mischung aus grandioser Weltmusik mit brillanten Songs und deftigen Stories. Aussergewöhnlich und bestechend führt diese unnachgiebige Combo, in die absurden Bereiche der Milieus, empfindsam und brutal, gesund und abnormal, und keiner der Akteure braucht sich zu wundern, dass einen die feinen, kultivierten Leute nicht mögen. Dessen ungeachtet ein Erreignis, bei dem man sich gerne daran erinnert, dass ein Abend mit hochkarätiger Weltmusik und rohem Text ein guter Grund ist zu leben.
 
Denn in unseren gefühllosen, hornhäutigen, nüchternen, sachlichen Zeiten, kann es nicht schaden, starke, direkte Gefühle in der Lyrik und der Musik zu finden.
In Blyb uf em Trottoir, Johnny!, werden Geschichten erzählt: Böse, traurige, selbstironische, witzige, immer genau beobachtete Geschehnisse, die ihre Kraft und Wirkung aus ihrer Unmittelbarkeit und Unverblümtheit beziehen.
„Stories vom verbockten Dasein“ nennt Timmermahn seine kuriosen Kurzgeschichten, in denen zur Erheiterung des Beobachters, scheinbar ohne jede Bitterkeit, urtümliche menschliche Bedürfnisse und Regungen artikuliert werden.
Die liebenswerten, verschrobenen Figuren dieses verkehrten Welttheaters, ihre radikale Ehrlichkeit, welche die Ansprüche bürgerlicher Moral nie gequält haben, die nur eines wollen: Überleben. Und dadurch die Freiheit gewinnen, dass sie sich niemals für irgendwelche Laufbahnen haben einspannen lassen. Sie haben dementsprechend ihr Wertesystem auf den Kopf gestellt. Bei ihnen wird das gammlige, das ungewaschene, derbe Dasein des Menschen zum Massstab für das Glück, das erreichbar ist, ohne dass Konzessionen gemacht werden müssen.
Prächtig, vielschichtig, erheiternd, poetisch, was will man mehr? Vielleicht, dass es mehr davon gibt! Wer es gut mit sich selbst meint, sollte an diesem Erlebnis teilnehmen.
FSK: ab 16
Musikalisch begleitet wird Timmermahn von seiner Combo LOS HOBOS.
Dizl Gmünder, Gitarrist und Akkordeonspieler von Patent Ochsner, sowie Geiger und Bassist Chrigu Rechsteiner und Nicole Wiederkehr, die Sängerin mit der wunderbar erdigen Stimme, erzählen von der den ganzen Abend bestimmenden Sehnsucht, für die selbst die grosse, weite Welt zu klein ist.